Jahresbericht 2007
Freiwillige Feuerwehr (FF) Großheubach hält Generalversammlung
Indienststellung neuer Geräte und Ausbildung fordern Wehr
Von 45 Einsätzen, bei denen 1201 Einsatzstunden geleistet wurden, berichtete 1. Kommandant und Kreisbrandmeister Meinrad Lebold bei der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Großheubach. Aufgrund der „stillen“ Alarmierung über die Funkmeldeempfänger liefen alle ohne bewusste Wahrnehmung durch die Bevölkerung ab. Die Wehr war bei 5 Bränden gefordert. Darunter war eine kuriose Brandstiftung. Ein Unbekannter hatte eine Mobiltoilette aus Kunststoff angezündet. Die Großheubacher Wehrleute mussten zu 28 Technischen Hilfeleistungen ausrücken. Beim Sturm „Kyrill“ waren umgestürzte Bäume von Straßen zu entfernen und Gebäudedächer zu sichern. Bei Verkehrsunfällen zwischen Mönchberg und Röllbach und auf der B 469 (überörtliche Beteiligung aufgrund des in Großheubach stationierten Rüstwagens) zwischen Kleinheubach und Laudenbach konnten Verunfallte zusammen mit den örtlichen Feuerwehr-Kameraden lebend aus ihrem demolierten Fahrzeug befreit werden. Bei einem weiteren Verkehrsunfall konnte nur noch ein Toter geborgen werden. Die Höhenrettergruppe der Großheubacher Feuerwehr konnte zusammen mit der Bergwacht einen in den Miltenberger Steinbrüchen abgestürzten Mann ebenfalls nur tot aus dem unwegsamen Gelände bergen. Da bei der FF Großheubach der kreiseigenen Einsatzleitwagen stationiert ist (Unterstützung der örtlichen Einsatzleitung), war die Wehr auch bei zwei Suchaktionen eingesetzt. Während in Umpfenbach der Vermisste nur noch tot aufgefunden wurde, war die Suche in Breitendiel zwar langwieriger aber erfolgreich. Fast schon Tagesgeschäfte waren Ölspurbeseitigung und Verkehrsregelungen bei Verkehrsunfällen und Veranstaltungen. Sechsmal war eine Sicherheitswache zu stellen, sechsmal wurden die Feuerwehrleute wegen Fehlalarme ins Gerätehaus gerufen. Neben den Pflichteinsätzen wurden unter anderem freiwillig beim Faschingszug, Prozessionen und Martinszügen die Straßen abgesperrt. Weiter wurden noch Veranstaltungen wie Engelberglauf, Maibaumaufstellung und Flursäuberung unterstützt, dem gemeindlichen Bauhof ausgeholfen und Geräte für verschiedene Veranstaltungen zur Verfügung gestellt.
Da die Sturmeinsätze immer zahlreicher werden, wurden Feuerwehrleute durch einen Ausbilder der landwirtschaftlichen Berufgenossenschaft in der Benutzung von Motorsägen unterwiesen. Dabei wurde speziell auf die vorhandenen Geräte eingegangen, also auch das Arbeiten im Korb der Drehleiter und das Fällen im schwierigen Gelände mit der Seilwinde geübt. Zusammen mit den Miltenberger Feuerwehrleuten wurde in Miltenberg eine Ölwehrübung am Main durchgeführt. Hierbei kamen die Boote beider Wehren und die in Miltenberg stationierte Ölsperre zum Einsatz. Durch die Übung an der im Bau befindlichen Umgehungsstraße, wobei ein verunglückter Gefahrguttransport angenommen wurde, bereitete man sich schon auf zukünftige Herausforderungen vor. 16 Aktive legten verschiedene Stufen der Leistungsprüfung „Technische Hilfeleistung“ ab. Das von der Gemeinde Großheubach beschaffte gebrauchte Doppelkabinen-Fahrzeug (Ersatz für den nach Leidersbach abgegebenen Schlauchwagen) wurde in Betrieb gesetzt. Er bewährte sich schon bei verschiedenen Einsätzen. Die Beschaffung der neuen Drehleiter war ebenfalls schon 2007 ein Schwerpunkt. Aufgrund vom Hersteller zu verantwortenden Liefer-Problemen verzögerte sich die Indienststellung der neuen Drehleiter. Diese ist in inzwischen eingetroffen und nun Schwerpunkt der Ausbildung. Da die vorhandene Drehleiter schon verkauft war, mussten die Feuerwehrdienstleistenden zusätzlich in eine Leihleiter eingewiesen werden. Die Einführung eines Notfallsets „Atemschutzgeräteträger“ bietet mehr Sicherheit für im Gebäudeinnern eingesetzte Feuerwehrleute, da sie bei einem Unfall leichter von anderen Kameraden ins Freie gerettet werden können. Andreas Difloe pflegte für die eigene Wehr und den Wehren der Städte Klingenberg a. Main und Miltenberg 421 Schläuche und band 72 Schläuche neu ein.
Die Jugendlichen beteiligten sich bei Veranstaltungen wie Fasching, Flurreinigung und Tag der offenen Tür. Wöchentlich wechselten sich Übungen oder Unterrichte mit Dienstsport ab. Ein Höhepunkt war der Besuch eines Klettergartens. Der Nachwuchs erhielt jugendgerechtes Sicherheitsschuhwerk.
Schriftführer Walter Lauth wies in seinem umfangreichen Bericht auf weitere Ereignisse wie Festbesuche, Faschingskehraus, Flurreinigung und Florianstag hin.
Laut Kassier Michael Seubert investierte der Feuerwehrverein über 15.000 €, darunter 7.500 € für das Doppelkabinen-Fahrzeuges. Die FF Großheubach verwendete alle Einnahmen zur Ergänzung der Ausrüstung und für die Ausbildung, insbesondere für die Jugendarbeit; Vereinsausflüge werden nicht finanziert.
Der Wehr gehörten am 31.12.2007 38 Aktive, 24 Feuerwehranwärter, 2 Ehrenmitglieder, 6 fördernde und 31 passive Mitglieder an.
Ehrenamtlicher Feuerwehrdienst unbezahlbar
Meinrad Lebold dankte allen Feuerwehrleuten, die sich bei Einsätzen, technischen Diensten und sonstigen Veranstaltungen, insbesondere bei der Jugendarbeit einbrachten und die Verantwortung übernahmen, so Kommandantenstellvertreter Jürgen Herrmann und Jugendwart Markus Wippich. Er dankte den Polizeibeamten, den Rettungsdienstmitarbeitern und Notärzten für die gute Zusammenarbeit. Sein weiterer Dank galt den Firmen Bögl und der Fa. TBU Transportbeton Untermain GmbH & Co KG, die Kräne bzw. Türme als Übungsmöglichkeit für die Höhenrettungsgruppe zur Verfügung stellten. Dank sagte er auch Bürgermeister Günther Oettinger und allen unterstützenden Gemeinderatsmitgliedern für das entgegengebrachte Vertrauen und die Bereitstellung der Finanzmittel.
Bürgermeister Günther Oettinger wies auf die ehrenamtlichen Dienste der Feuerwehrdienstleistenden hin. Entsprechender Ersatz durch hauptamtliche sei nahezu unbezahlbar. Bei der Bevölkerung müsse das Bewusstsein für diesen Dienst geweckt werden, um die Zukunft der Wehr zu sichern. Deshalb sei er den Betreuern für die hervorragende Jugendarbeit besonders dankbar. Gute Werbung seien die vorgenommenen Veröffentlichungen im gemeindlichen Mitteilungsblatt und die neu gestaltete vereinseigene Internetseite. Die Beschaffung der neuen Drehleiter sei der Gemeinde nicht leicht gefallen. Sie sei aber nicht für die Feuerwehr, sondern zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger beschafft worden.
Kreisbrandrat Karlheinz Brunner freute sich, dass in Großheubach viele Engagierte vom Feuerwehrvirus befallen seien. Er dankte allen Feuerwehrdienstleistenden für die geleisteten Arbeiten und die gute Zusammenarbeit. Besonders bedankte er sich bei den überörtlich engagierten Andreas Dyk (Funkaufzeichnungs- und Alarmierungsprogramm), Meinrad Lebold (Kreisbrandmeister), Peter Nies (Öffentlichkeit und Homepage), Stefan Schweizer (EDV) und Sebastian Weimer (Unterstützungsgruppe Örtlicher Einsatzleiter).
Walter Lauth
Schriftführer