Generalversammlung, 20.03.2009
Von 127 Einsätzen, bei denen 2013 Einsatzstunden geleistet wurden, berichtete 1. Kommandant und Kreisbrandmeister Meinrad Lebold bei der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Großheubach. Aufgrund der „stillen“ Alarmierung über die Funkmeldeempfänger liefen alle ohne bewusste Wahrnehmung durch die Bevölkerung ab. Die Wehr war bei 10 Bränden gefordert. Einer Großheubacher Firma wurde durch den raschen Einsatz von Sonderlöschmitteln die Fortsetzung ihrer Produktion ermöglicht. Bei einem Kellerbrand gelang es das Wohnhaus weiterhin bewohnbar zu halten. Besonders gefordert wurde man auch bei Großbränden in Industriebetrieben in Kleinheubach und Bürgstadt, wobei man die örtlich zuständigen Feuerwehren unterstützte.
Beim Sturm „Emma“ waren insbesondere Gebäudedächer zu sichern, darunter ein Lagerzelt eines Industriebetriebes. Den Miltenberger Kameraden half man mit Drehleiter und Höhenrettern im Bereich der Mainzer Straße, um von Steilhängen abgegangene Bäume zu entfernen. Ein Unwetter mit Starkregen tobte am 29.07.2008 heftig über Großheubach. Zusammen mit den Feuerwehren Kleinheubach, Klingenberg und Miltenberg wurden bei fast 100 Einsatzstellen Keller ausgepumpt, verlegte Brücken freigemacht und Straßen gereinigt. 2008 wurden zwei umgestürzte LKW aufgerichtet. Durch den Einsatz des Rüstwagens konnten vier Personen aus ihren Fahrzeugen gerettet werden, einmal war ausströmendes Gas zu identifizieren und zu beseitigen. Zwei Personen wurden über die Drehleiter auf Anforderung des Rettungsdienstes aus unwegsamen Gelände bzw. schonend aus der Wohnung transportiert.
Da bei der FF Großheubach der kreiseigene Einsatzleitwagen stationiert ist (Unterstützung der örtlichen Einsatzleitung), war die Wehr auch wieder bei Suchaktionen eingesetzt. Fast schon Tagesgeschäfte waren Ölspurbeseitigung und Verkehrsregelungen bei Verkehrsunfällen und Veranstaltungen. Elfmal war eine Sicherheitswache zu stellen, viermal wurden die Feuerwehrleute wegen Fehlalarme ins Gerätehaus gerufen. Neben den Pflichteinsätzen wurden unter anderem freiwillig beim Faschingszug, Prozessionen und Martinszügen die Straßen abgesperrt. Weiter wurden noch Veranstaltungen wie Engelberglauf, Maibaumaufstellung und Flursäuberung unterstützt, dem gemeindlichen Bauhof ausgeholfen und Geräte für verschiedene Veranstaltungen zur Verfügung gestellt.
Im ersten Halbjahr 2008 wurde schwerpunktmäßig an der neuen Drehleiter ausgebildet. Diese hat einen abknickbaren Korb, der sich bei Einsätzen an Wohnhäusern mit Gauben oder Dachloggien und bei sonstigen schwer erreichbaren Gebäuden schon bewährt hat. Bei einer Ölwehrübung am Main in Miltenberg wurden zusammen mit den Miltenberger Kameraden die Boote und die in Miltenberg stationierte Ölsperre eingesetzt. Weiterhin wurden organisatorische Dinge, wie die SMS-Alarmierung verbessert, und die taktische Vorgehensweise bei der Brandbekämpfung festgelegt. Die persönliche Sicherheit der Einsatzkräfte wurde durch die Indienststellung eines Atemschutznotfallsets verbessert. Ein besonderer Höhepunkt war die Übung an der ST 2309 neu (Umgehung Miltenberg) am Tunnel kurz vor der Inbetriebnahme. Dabei wurde neben der Bewältigung eines Verkehrsunfalls im Tunnel auch die Brandbekämpfung geübt. Die Abschlussübung wurde wieder zusammen mit den Miltenberger Kollegen bei Fa. Hennig in Großheubach durchgeführt. Bei den Feuerwehren Eichenbühl, Kleinheubach und Miltenberg wurde der Rüstwagen und damit verbundene Einsatztechniken vorgestellt
Die Feuerwehrdienstleistenden beschrifteten unter anderem in ihrer Freizeit alle auf der neuen Drehleiter mitgeführten Geräte, verbesserten die SMS-Alarmierung, optimierten das Rettungsboot, bauten einige Rollcontainer auf, sodass man auf verschiedene Einsatzanforderung flexibel reagierten kann. Weiterhin wurde der vom Landkreis beschaffte Abrollcontainer Schlauch, wobei man intensiv die Planung unterstützt hatte, übernommen. Durch die Nutzung des Feuerwehrwechselladers konnte der Landkreis die Beschaffung eines Fahrgestells einsparen. Zur Einsatzdokumentation wurde ein landesweit benutzbares EDV-Programm eingeführt, sodass die Zusammenarbeit mit anderen Sicherheitsbehörden verbessert wird. Andreas Difloe pflegte 719 Schläuche, darunter auch Schläuche der Feuerwehren der Stadt Miltenberg und der Stadt Klingenberg.
Die Jugendlichen beteiligten sich laut Jakob Brunner und Melanie Lebold bei Veranstaltungen wie Fasching, Flurreinigung und Kirchweih. Wöchentlich wechselten sich Übungen oder Unterrichte mit Dienstsport ab. Der Wissenstest wurde absolviert und die Bayerische Jugendleistungsspange erworben. Der Jugendraum wurde selbst renoviert und mit Bildern verschönert. Ein Höhepunkt waren die Berufsfeuerwehrtage. Dabei erhielt der Feuerwehrnachwuchs einen Blick in die Arbeit einer Berufsfeuerwehr. Die Jugendlichen waren mit ihren Betreuern im Feuerwehrgerätehaus vier Tage stationiert und fuhren zu den Übungseinsätzen, wie Rettung einer ertrinkenden Person aus dem Main, Brand eines Müllcontainers, Vermisstensuche, Gebäudebrand und Kfz-Unfall mit eingeklemmter Person. Daneben gab es Unterrichte, Übungen und die Fahrzeugpflege, eben wie einer richtigen Berufsfeuerwehr.
Schriftführer Walter Lauth wies in seinem umfangreichen Bericht auf weitere Ereignisse wie Festbesuche, Faschingskehraus, Flurreinigung und Florianstag hin.
Laut Kassier Michael Seubert lagen die Ausgaben des Feuerwehrvereines 1.500 € über den Einnahmen, was auf die fast 20.000 € zurückzuführen ist, die in den letzten zwei Jahren in Ausrüstungen investiert wurden.
Die Vereinssatzung wurde aktuellen Rechtsentwicklungen angepasst. Werner Kempf und Werner Straub prüfen weiterhin die Kasse, als Frauenbeauftragte fungiert nun Ute Berres.
Der Wehr gehörten am 31.12.2008 43 Aktive, 23 Feuerwehranwärter, 2 Ehrenmitglieder, 6 fördernde und 26 passive Mitglieder an.
Bürgermeister lobt Jugendarbeit
Meinrad Lebold dankte allen Feuerwehrleuten, die sich bei Einsätzen, technischen Diensten und sonstigen Veranstaltungen, insbesondere bei der Jugendarbeit einbrachten und die Verantwortung übernahmen, so Kommandantenstellvertreter Jürgen Herrmann, Jugendwart Markus Wippich und Peter Nies für die aktuelle Pflege der Homepage. Er dankte den Polizeibeamten, den Rettungsdienstmitarbeitern und Notärzten für die gute Zusammenarbeit.
Laut 1. Bürgermeister Günther Oettinger zeigen die Beschaffungen Drehleiter und Gerätewagen Logistik die vorbildliche Unterstützung der Feuerwehr und damit der öffentlichen Sicherheit durch den Gemeinderat. Dem Gemeinderat sei bewusst, dass dies nicht Geschenke an die Feuerwehrleute seien, sondern diese die teueren und komplizierten Geräte in ihrer Freizeit zum Wohl der Allgemeinheit bedienten und pflegten. Da die Gemeinde diese Dienste nie durch hauptamtliches Personal finanzieren könne, sei bei der sich abzeichnenden negativen demografischen Entwicklung die Jugendarbeit sehr wichtig. Deshalb dankte er besonders dem Jugendwart Markus Wippich und seinen Helfern. Er schloss mit dem Appell an alle, weiterhin bei der Feuerwehr zu bleiben.
Walter Lauth
Schriftführer
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